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Wieviel Wert ist Kommunikation? – Teil 4 – Change in der Kommunikation

Headerbild der Artikelserie Wieviel Wert ist Kommunikation – Teil 4

Im dritten Teil dieser Serie haben wir uns mit der Rolle von Kommunikation in den Entwicklungsphasen 4 und 5 eines Unternehmens befasst. Wir haben an leicht verständlichen Beispielen aufgezeigt, dass die Anwendung von Kommunikation wesentlichen Einfluss auf den Aufbau eines Unternehmens hat. In diesem Teil fahren wir fort und befassen uns mit den letzten Entwicklungsphasen.

 

Nochmal zur Rekapitulation: Ein Unternehmen, egal welcher Grösse und Branche, geht grundsätzlich durch mehrere Phasen zur eigenen Erhaltung.

 

  1. Am Anfang war die Idee…
  2. …weiter zur Finanzierung…
  3. …zur Aufbauphase und Aufstellung früher Prozesse…
  4. …zur Produktionsphase…
  5. …zum Verkauf des Produkts, ob materiell oder als Dienstleistung…
  6. …zur Optimierung der Phasen 2-5…

…bis hin zur Neuorientierung aus der Auseinandersetzung mit sich selbst (Strategie, potenzielle Diversifikation, dem Erschliessen anderer Geschäftszweige, Wachstum und andere Identitätsstarke Entscheidungen)

Bild: Beispiel eines Business Kompasses

Ein Business-Kompass am Beispiel eines Hotelbetriebs. Wohin soll’s denn gehen? Und wie macht man das den Mitarbeitern verständlich und greifbar?

 

Reorganisation, Verbesserung, Automatisierung… ja was denn nun?

Wir steigen in Phase 6 ein, der Phase der «Optimierung». Die Optimierungsphase umfasst alle bisherigen Phasen (und Subphasen. Jede Phase könnte noch tiefer unterteilt werden).

Die Phase der Optimierung umfasst verschiedene mögliche Aufgaben: Reorganisation des Unternehmens, Verbesserung des Produkts oder der Dienstleistung, grundsätzliche Änderung des Produkts oder der Dienstleistung, Automatisierung, grundsätzliche Optimierung der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens ohne, dass das Produkt oder die Dienstleistung in irgendeiner Weise geändert werden müsste.

Diese Phase ist vielfältig und komplex. Die Anzahl Personen, die abgeholt, gebrieft, gehört, gelenkt, verstanden werden müssen, ist in dieser Phase höher als in den vorangegangenen. Damit muss auch die Professionalität rund um die Kommunikation erhöht werden – sowohl im Unternehmen selbst wie auch aus dem Unternehmen heraus.

„Neue“ Arbeitsmodelle als fixfertige Lösungen?

Die Phase der Neuorientierung des Unternehmens ist die abstrakteste aller Phasen. Gleichzeitig ist es die jene Phase, in der sich Unternehmen zum ersten Mal bewusst mit sich selbst beschäftigen und in der Konsequenz auch bewusste Ausgaben für Mitarbeiterentwicklung und damit insbesondere für die interne Kommunikation tätigen können. In den letzten Jahren haben sich in Sachen Arbeitsmodelle und Organisationssysteme Schlagwörter durchgesetzt: Agile, Transformation, Holacracy, Soziokratie, Change Management um nur wenige zu nennen. Ziel dieser „Programme“ ist es, die Tätigkeit des Unternehmens für Mitarbeiter greifbarer und wertvoller zu machen. Wertvoller im Sinne von aktiver Partizipation, so dass die Mitarbeitenden näher am tatsächlichen Effekt des Produkts oder der Dienstleistung sein können.

Diese „Programme“ modernisieren Unternehmen zielorientiert. Voraussetzung dabei ist, dass diese „Programme“ wie auch die Modernisierung selbst verstanden werden – je grösser das Unternehmen, desto sensibler wird diese Aufgabe. Der einzig mögliche Lösungsansatz ist jener der einwandfreien, lenkenden Kommunikation. Zum Verständnis: auch, wenn das Unternehmen generell Lohnerhöhungen zur Steigerung der extrinsischen Motivation der Mitarbeitenden beschliesst, sind diese Massnahmen in den passenden Kontext zu verpacken, müssen verständlich sein und von allen Betroffenen akzeptiert und gutgeheissen werden. Konkreter: Lohnungleichheiten wird es immer geben – diese gilt es zu begründen.

Den Überblick über die Vielseitigkeit an möglichen Interpretationen der Betroffenen in dieser letzten Phase kann nur behalten, wer zielgruppenorientiert, contentadäquat mit gelebter und gelenkter Kommunikation agiert.

Kommunikation im Unternehmen: Unternehmenskommunikation

Es scheint offensichtlich, dass Kommunikation in allen Entwicklungsphasen des Unternehmens eine wesentliche Rolle spielt. Sowohl als Instrument wie auch als Medium – ob in kleinen Unternehmen (beispielsweise 5 Mitarbeiter) oder Grossunternehmen (mehrere 100 oder tausende Mitarbeiter). Die Qualität der Kommunikation entscheidet darüber, wie Abläufe und Aufgaben verstanden werden und zu erledigen sind, wie die Zusammenarbeit optimiert werden kann und teure Ehrenrunden verhindert werden. Sie hilft mit, Ressourcen wie Zeit, Personal und Geld in jeglicher Massnahme als wertvolle Investitionen statt wiederkehrende Ausgaben zu verbuchen.

Die Artikel fünf, sechs und sieben befassen sich mit dem finanziellen Wert und finanziellen Potenzial von Kommunikation.

Das IBAW und der Schweizerische Verband für integrierte Kommunikation und der europäische Kommunikationsdachverband FEIEA lancieren gemeinsam das Nachdiplomstudium «NDS Unternehmens- und Business-Kommunikation». Der Studiengangleiter Maxence Giebel, MA of Applied Linguistics and Corporate Communications. Als Geschäftsführer von Rondocom, der Gesellschaft für Leadership und Kommunikation, befasst er sich seit mehreren Jahren mit den Themen des Message Modelling und des nachhaltigen Leaderships.

Das Nachdiplomstudium soll praxisnah, theoretisch gefestigt und zukunftsorientiert in vier Semesterkursen das Rüstzeug für den Kommunikator in der modernen Medienwelt vermitteln. Für Sie in der Verwaltung, im Unternehmen, im Business und mit Interesse an den Kommunikations- und Marketingwelten.

Autor: Maxence Giebel