de_DEus
contact@rondocom.ch

Wieviel Wert ist Kommunikation? – Teil 2 – Ein Unternehmen baut sich auf

Headerbild der Artikelserie Wieviel Wert ist Kommunikation – Teil 2

Im ersten Teil dieser Serie haben wir uns mit der Omnipräsenz von Kommunikation befasst. Dank der Luft-Analogie können wir grundsätzlich mal davon ausgehen, dass erstens die Anwendung von Kommunikation wie die der Luft überall und ständig stattfindet, zweitens in verschiedenen Formen und Situationen unterschiedlich wirken kann und drittens massiven Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit und Qualität als Individuum, Team oder Unternehmen hat. Wo kommen Kommunikation und Botschaften innerhalb eines Unternehmens zur Anwendung?

 

Am Anfang war der Anfang

Ein Unternehmen, egal welcher Grösse und Branche, durchläuft unterschiedliche Entwicklungsphasen.

  1. Am Anfang war die Idee…
  2. …weiter zur Finanzierung, die die Idee finanzieren soll…
  3. …zur Aufbauphase und Aufstellung früher Prozesse…
  4. …zur Produktionsphase…
  5. …zum Verkauf des Produkts, ob materiell oder Dienstleistung…
  6. …zur Optimierung der Phasen 2-5…
  7. …bis hin zur Neuorientierung aus der Auseinandersetzung mit sich selbst (Strategie, potenzielle Diversifikation, dem Erschliessen anderer Geschäftszweige, Wachstum und andere Identitätsstarke Entscheidungen)

Die „Unterkategorien“ werden wegen der Länge des Artikels nicht weiter angesprochen.

Beim Namen fängt’s schon an – Ted-Talk von Jonathan Bell über die Entwicklung von Unternehmensnamen und deren Bedeutungen.

 

Wie Kommunikation von Anfang an im Unternehmen steckt

Die kommerzielle Luftfahrt bietet wunderbare Beispiele zur Veranschaulichung, wo und in welchen Phasen des Unternehmensleben Kommunikation stattfindet.

Stellen wir uns eine fiktive Airline, Com Air, vor. Am Anfang war die Idee. Eine Airline selber auf die Beine zu stellen, ist grundsätzlich möglich, aber unglaublich harte Arbeit. Daher müssen optimalerweise Geschäftspartner von der Idee überzeugt werden (ein Kommunikationsmoment, ab hier nur noch „KM“). Zur konkreten Darstellung der Idee braucht’s bereits Grundideen wie z.B. der mögliche Namen, mögliche Zielgruppen, mögliche Fluglinien/strecken, mögliche Alleinstellungsmerkmale, mögliche Gewinnmethoden, mögliche Entwicklungs- und Wachstumsziele. Können diese nicht konkret und verständlich erklärt werden (KM), stirbt die Idee.

 

Alle sollen am selben Strick ziehen

Ist die Idee überzeugend, brauchen die Initianten die Mittel zur Unternehmensgründung und Infrastrukturinvestition. Werden die Verteilung und die Priorisierung der zu Beginn knappen Mittel der ambitionierten Belegschaft nicht transparent und verständlich erklärt/präsentiert (ein KM) entstehen Spannungen zwischen Initianten, Meinungsverschiedenheiten intern und extern, Ziel- und Ergebnisverzerrungen auf Ebene der Teams oder der Mitarbeitenden.

Konnte die Budgetverteilung sinnvoll präsentiert werden, ziehen alle am selben Strick und haben dasselbe, einheitliche Ziel vor Augen, startet die eigentliche Aufbauphase. In der Aufbauphase wird die Identität des Unternehmens unbewusst angepackt. Die Zusammenstellung der Belegschaft wird automatisch individuelle Werte, Visionen und Ambitionen und Ideen mitbringen, die in die Identität des Unternehmens miteinfliessen (mehrere KM). Werden die bereits gesammelten Erfahrungen nicht dokumentiert – sei das als Tool-Anleitung, Markenkonzept, Styleguides, USP-Definitionen, Mitarbeiteranweisungen und –spielregeln, und so weiter (mehrere KM) – besteht das Risiko, dass sich Prozesse exponentiell pro Auftrag/Aufgabe und Projekt wiederholen werden. Sitzungen werden in nicht mehr ernstzunehmende Längen gezogen, weil Grundsätze und –definitionen bei jeder Anwendung neu durchdiskutiert werden. Viele verwechseln in dieser Situation gerne die Mission (Daseinsberechtigung: was wir heute tun, um morgen da zu sein) und Vision (Wohin wir eines Tages hinwollen). Das daraus entstehende Chaos an Interpretationen und Bauchgefühlen ist nicht zielführend und kostet Zeit. Und Zeit ist Geld.

 

Das omnipräsente Instrument

Kommunikation als omnipräsentes Instrument und als situationsbedingtes Medium ist also bereits in sehr frühen Phasen des Unternehmens vorhanden und mitentscheidend. Die Qualität der Kommunikation bietet bereits von Anfang an Möglichkeiten, Abläufe und Aufgaben zu klären und zu beschleunigen, Zusammenarbeit zu optimieren und teure Ehrenrunden zu verhindern. Sie hilft mit, Ressourcen wie Zeit, Personal und Budget in jeglicher Massnahme als wertvolle Investitionen statt als wiederkehrende Ausgaben zu verbuchen.

Im dritten und vierten Teil befassen wir uns mit den weiteren Erhaltungsphasen und den Einflüssen der Kommunikation. Die Artikel fünf, sechs und sieben befassen sich mit dem finanziellen Wert und finanziellen Potenzial von Kommunikation.

Das IBAW und der Schweizerische Verband für integrierte Kommunikation und der europäische Kommunikationsdachverband FEIEA lancieren gemeinsam das Nachdiplomstudium «NDS Unternehmens- und Business-Kommunikation». Der Studiengangleiter Maxence Giebel, MA of Applied Linguistics and Corporate Communications. Als Geschäftsführer von Rondocom, der Gesellschaft für Leadership und Kommunikation, befasst er sich seit mehreren Jahren mit den Themen des Message Modelling und des nachhaltigen Leaderships.

Das Nachdiplomstudium soll praxisnah, theoretisch gefestigt und zukunftsorientiert in vier Semesterkursen das Rüstzeug für den Kommunikator in der modernen Medienwelt vermitteln. Für Sie in der Verwaltung, im Unternehmen, im Business und mit Interesse an den Kommunikations- und Marketingwelten.

Autor: Maxence Giebel