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Wieviel Wert ist Kommunikation? – Teil 1 – „Kommunikation ist wie Sauerstoff“

Headerbild der Artikelserie Wieviel Wert ist Kommunikation – Teil 1

Die Linguisten und Kommunikationsforscher aber auch die Praktiker – also Kommunikationsabteilungen in und aus Unternehmen, Agenturen, Hochschulen und Universitäten – befassen sich seit jeher höchst gerne mit der Sache selbst. Eigentlich logisch und gut so. Nur: Kommunikatorinnen und Kommunikatoren tun sich immer wieder schwer, den Wert ihrer Arbeit anderen klar zu machen. Diese Artikelserie zeigt einen Weg auf, das Thema greifbarer zu machen – sowohl thematisch wie auch finanziell.

Kommunikation ist so eine Sache. Eigentlich kann’s jede und jeder. Und dann plötzlich doch wieder nicht (was meistens erst nach dem Shitstorm oder wüstentrockenen Auftritt des Unternehmens bemerkt wird).

Deswegen bieten sich metaphorische Vergleiche an. Auch um das Thema in andere Bereiche zu übersetzen.

Ist Kommunikation selbstverständlich?

Kommunikation ist wie Sauerstoff. Für uns Menschen ist der Sauerstoff einfach da. Jede und jeder braucht und nutzt ihn. Wir fühlen die Luft und mögen sie frisch. Ihr Vorhandensein umgibt eine gewisse Selbstverständlichkeit. Und damit gespielt haben alle schon mal irgendwie (Luftballone, Papierflieger, Seifenblasen). Kommunikation ist ebenfalls «einfach da».

Wieso sollte ich also als Unternehmen Geld, Zeit und Personal in etwas investieren, dass sowieso da ist und jeder ja eigentlich irgendwie kann? Dieses Geld könnte man ja für andere Investitionen und Massnahmen nutzen?

Air Quotes

Manchmal treffen sich Luft und Kommunikation auch tatsächlich. Eine Szene aus Friends: „Let me stop you right there. When people do this, I don’t know what it means…“

Wann wird die Luft knapp?

Aber zurück zur Luft: Unter Wasser zeigt uns das drückende Gefühl auf Lunge und Kehle, dass Luft dann doch ein wertvolles Gut ist und eine professionelle Sauerstoffflasche beim Tauchen gar nicht mal so unnötig gewesen wäre. Natürlich nicht im Planschbecken, da genügt der Schnorchel – Kontext, Ausgangslage und das zu erreichende Vorhaben sind immer entscheidende Faktoren. Aber meistens merken wir das eben dann, wenn’s schon drückt und wir knapp panisch die Oberfläche suchen (und sie einfach nicht kommen will, weil wir ja dachten, dass wir so verdammt gut und tief tauchen können).

Auch weit, weit oben, wo die Luft immer dünner wird, sind wir froh, Profis um uns zu haben – im Cockpit oder an der Kletterleine.

Überall gibt’s Profis – hier auch

Denn so richtig mit Luft und ihrer Wirkung auf uns befassen sich die Wenigsten. Wieso auch? Wir nutzen sie ja schon, sie kostet nichts und im Alltag kann nicht wirklich was dabei schiefgehen.

Ähnlich praktisch (je nach Unternehmensbranche) ist auch das mittlerweile gesammelte Wissen über Aerodynamik und andere „Luftwissenschaften“. Wie dicht ist Luft? Wie stark ist der Luftwiderstand? Was ist Auftrieb? Was sind Luftlöcher? Würden Sie sich zutrauen, ein Flugzeug zu fliegen, weil sie schon mal Papierflieger gefaltet haben und damit über ein Grundverständnis von Luft verfügen? Oder ein schnelles Auto mit tiefem Luftwiderstand zu bauen und zu verkaufen, weil Sie als Kind Rechtecke mit kleineren Rechtecken (Fenster) und zwei Kreisen (Räder) gezeichnet haben? Möglicherweise – aber ob das in Zeit, Material und Ressourcen angelegte Geld schlussendlich zum erfolgreichen Verkauf der gebauten Autos führt, ist fraglich – besonders, wenn Ihre Kunden sich über die Qualität Ihres Produkts beschweren (weil Sie ja was ganz Anderes versprochen hatten).

It’s all about quality

Der Anspruch von Qualität, Zielerreichung und sichtbaren Ergebnissen kann nur mit vorhandener Professionalität und bewusster Kompetenz/Fähigkeit gelten. Und zwar in allen Bereichen des Unternehmens – inkl. der Kommunikation in und aus dem Unternehmen. Durch Kompetenz werden Botschaften und mittel zielgerichtet. Fehlen diese Kompetenzen, sind „Ehrenrunden“ zur Fehlerkorrektur nötig. Ehrenrunden, die normal und – auch mal zähneknirschend – zu akzeptieren sind. Ehrenrunden die schnell teuer werden.

Kommunikation und Luft weisen zahlreiche Parallelen auf. Die Anwendung von Kommunikation findet überall und ständig statt, wirkt in verschiedenen Formen und Situationen unterschiedlich und hat massiven Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit sowie auf unsere Arbeits- und Lebensqualität als Individuum, Team oder Unternehmen.

Weitere Teile dieser Serie

Kommunikation ist omnipräsent. Im zweiten, dritten und vierten Teil dieser Serie befassen wir uns mit konkreten Beispielen von Kommunikation im und aus dem Unternehmen während seinen unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Die Artikel fünf, sechs und sieben befassen sich mit dem finanziellen Wert und dem finanziellen Potenzial von Kommunikation.

Das IBAW und der Schweizerische Verband für integrierte Kommunikation und der europäische Kommunikationsdachverband FEIEA lancieren gemeinsam das Nachdiplomstudium «NDS Unternehmens- und Business-Kommunikation». Der Studiengangleiter Maxence Giebel, MA of Applied Linguistics and Corporate Communications. Als Geschäftsführer von Rondocom, der Gesellschaft für Leadership und Kommunikation, befasst er sich seit mehreren Jahren mit den Themen des Message Modelling und des nachhaltigen Leaderships.

Das Nachdiplomstudium soll praxisnah, theoretisch gefestigt und zukunftsorientiert in vier Semesterkursen das Rüstzeug für den Kommunikator in der modernen Medienwelt vermitteln. Für Sie in der Verwaltung, im Unternehmen, im Business und mit Interesse an den Kommunikations- und Marketingwelten.

Autor: Maxence Giebel