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Social Business: Unternehmenskommunikation im Wandel

Social Business: Unternehmenskommunikation im Wandel

Tower – Rondocom.ch

Die Unternehmenskommunikation steht mitten im Umbruch. Die „Macht der Mitmach-Medien“ hat das Kommunikationsgefüge verändert. Die Mitarbeitenden sowie die Kundinnen und Kunden haben Dank Facebook, Google+, Kununu, Slideshare, Twitter und vielen anderen „Social Media“, nun die Möglichkeit, in die etablierten Kommunikationsprozesse der Unternehmen einzugreifen. Und ebenso haben die Unternehmen die Möglichkeit, für ihre interne Kommunikation diese Mechanismen aufzugreifen und eine dialogorientierte Mitarbeiterkommunikation aufzubauen.

An der ersten beiden Julitagen dieses Jahres trafen sich 15 Referenten und über 50 Fachleute aus der internen Kommunikation zum Intranet-Meeting in Köln. Unter dem Title „Intranet Transformation und Evolution“ wurden verschiedene Ansätze des modernen Intranets vorgeführt. Firmenvertreter (u.a. von Siemens, Bayer, Bühler Group, Credit Suisse, Lufthansa, Deutsche Post, Mobiliar, Swisscom, Targobank) zeigten ihre Lösungen rund um das firmeneigene Intranet auf. Ebenfalls vertreten war der SVIK, der sich mit dem Thema „Intranet am Wendepunkt: Wege aus der Informationsüberflutung im Unternehmen“ am Austausch beteiligte. Gundekar Giebel zeigte auf der Basis des Knowledge-Workers auf, wie sich die Informationsflut in den vergangenen Jahren vervielfacht hat und wie der Mensch resp. das Gehirn auf diesen „Overflow“ reagiert. Nämlich indem es einen natürlichen Filter einschaltet, das die Informationen in drei Kategorien trennt: Wichtig, unwichtig, kann warten! Durch diesen Selektionsmechanismus schützt sich das menschliche Gehirn gegen den immer grösser werdenden Informationsansturm. Das Wichtige wird gespeichert, das Unwichtige nur knapp wahrgenommen und die restliche „halbwichtige“ Information in eine „Warteschlange“ geleitet, die im Normalzustand in einer Art „Standby-Modus“ verharrt.

Illustration Social Media – Rondocom.ch

Social Business (Social Media)-Netzwerke im Unternehmen

An der Tagung zeigte sich, dass viele Unternehmen mit dem Thema der Sozialen Medien die ersten Gehversuche machen oder bereits hinter sich haben. Die Software-Diskussion findet kaum mehr statt, denn aus firmeninternen Lizenzvertragsregelungen sehen sich über die Hälfte der Firmen gezwungen, die bestehenden Softwarelieferanten zu wählen. So trifft man die beiden Versionen von Yammer, die IBM-Lösung, die SAP-Lösung, verschiedene Sharepoint-Lösungen sowie die Anwendung von Jive vermehrt an. Aus Sicht der anwesenden Experten gibt es keine Lösung, die der Wunschvorstellung der „Eierlegenden-Woll-Milch-Sau“ gänzlich entsprechen würde. Aber man findet sich mit den Einschränkungen ab und macht das Beste daraus.

Die wichtigste Aussage rund um Social Business und Social Media im Unternehmen ist jedoch, dass mit der aktiven Vernetzung der Mitarbeitenden über ein gutgepflegtes Mitarbeiter-Online-Profil (das interne Facebook) grosser Nutzen geschaffen werden kann. Dazu gehören die Unterstützung der Informationsübermittlung und die Steigerung der Verständlichkeit (weil direkt online nachgefragt werden kann), die Steigerung der Produktivität, da durch das Crowdsourcing Wissen und Können zusammengeführt werden können und ausserdem ein grosser Beitrag zum Wissenserhalt- und transfer. Der SVIK wiess darauf hin, dass auch im Intranet die gleichen Nutzungshürden gelten wie im Internet. Die 90-9-1-Regel ist auch im Unternehmen anwendbar. Diese besagt, dass von 100 Besuchern/Lesern 90 lediglich Zuschauer bleiben, 9 Besucher/Leser sind ab und zu an einem Dialog beteiligen und lediglich 1 Besucher/Leser sich regelmässig aktiv einbringt. Dies zeigt, dass in der Mitarbeitersensibilisierung noch vieles zu tun ist.

Illustration Hirn – Rondocom.ch

Das Intranet steht in vielen Unternehmen an einem Wendepunkt. Intranets, die neben ihrer Rolle als Informations- und Dialogkanal auch als Dokumentenablage verwendet worden sind oder verwendet werden, bringen die Mitarbeitenden an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit (d.h. der Mensch schaltet den automatischen Filter ein). Intranets, die keine übergreifende Suchfunktion haben (z.B. ein Suchportal oder eine Enterprise-Search), werden sich nicht zum zentralen Kommunikationszentrum des Unternehmens entwickeln können. Und wenn dem Look&Feel resp. der User Experience nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird, werden die Mitarbeitenden müde und sind oftmals überfordert, wenn sie für jede Anwendung und jedes Tool eine neue Bedieneroberfläche vorfinden.