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Die Hochzeit von Technologie und Information

Die Hochzeit von Technologie und Information

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Gadgets, Internet-of-Things (IoT), Content-Marketing, Social-Media-Marketing – Einige Punkte dieser Aufzählung sind relativ neue Phänomene der technologischen Weiterentwicklungen, andere sind mittlerweile feste Bestandteile des Portfolios in der Verkaufsförderung vieler Unternehmen. So hat sich auch eine Dynamik entwickelt: Innovationen möglichst früh zu erkennen, um als Unternehmen davon wirtschaftlich profitieren zu können. Eine Frage drängt sich da aber immer lauter auf: Was kann noch erwartet werden, was kommt noch?

Ein weiterer Aspekt dieser einführenden Aufzählung ist auch folgender: kaum werden deren Konzepte verstanden und angewandt, sind sie – böse gesagt – schon wieder veraltet. Das kann wegen deren Omnipräsenz sein oder dem falschen Umgang damit. Es kann aber auch schlicht und einfach sein, dass die Zeit gewisser Entwicklungen (meist technologisch aber auch soziokulturell) einfach noch nicht gekommen ist.

Genau da entstehen schnell Probleme. Aus Sicht des Marketings stellen sich gerne die Fragen: „was nützt uns das?“, „ist es einsetzbar/umsetzbar?“. Sind diese Fragen geklärt, geht es darum, den (potenziellen) Kunden mit beispielsweise neuen Ideen des Content-Marketings oder Social-Media-Marketings auch wirklich zu erreichen. Hier ist Know-How gefragt: „Wer soll’s machen? Und wer soll’s richtig machen?“. An diesem Punkt stehen im Moment viele, und mancherorts haben sich hier wahre Geschichtenerzähler entwickelt. Brand-Ambassadors, Social-Media-Ambassadors, die die Welt der sie beauftragenden Unternehmen ins rechte Licht rücken – ob visuell oder vertextet, ob durch schnelllebig knappem oder penibel genauem und langlebigem Content. Gleichzeitig hat ein Grossteil der Kunden die neuen Medien bereits mit eigenen Lese-Automatismen durchschaut.

Es geht also um Reize

Ein kleiner Zweig des Journalismus hat dieses vereinfachte Geschichtenerzählen für sich entdeckt. Es werden keine eigentlichen News (nicht einmal Softnews) publiziert. Die Rede ist von  sogenannten Listicles. Unterhaltsame Artikel, die meistens mit Bildern oder sogar Bewegtbildern (seien es die wiederbelebten GIFs oder Videos) angereichert wurden. Über „erlebte“ (also meist visuelle) Erlebnisse lassen sich wunderbar Geschichten erzählen und Nutzer/Kunden binden. Sei es als Listicle oder eben durch Brand-Ambassadoren, mit denen man sich identifiziert.

Wäre also die Stimmung und Situation unternehmensseitig mal plus/minus abgesteckt. Während sich Unternehmen also damit befassen, die neuen Möglichkeiten kennenzulernen, zu testen und zu formen, werden die Empfänger dieser Massnahmen (also die (potenziellen) Kunden) von allen Seiten regelrecht mit Gimmicks, Promos und Infos bombardiert. Die Konsequenz: die Empfänger stumpfen ab, filtern, nehmen weniger wahr.

Die bisherige Antwort darauf war immer wieder die Einführung neuer technologischer Entwicklungen, die mit neuen Marketingformen eingesetzt wurden. Man muss sich also nicht nur technologisch Fragen stellen, sondern gleichzeitig an den Kunden denken. Was wird dann kommen, wenn selbst die visuelle Kommunikation von (Kurz-)Geschichten weggefiltert wird?

Was Context-Marketing will

Hier will Context-Marketing ein Zeichen setzen und das Verständnis von B2C vollständig durchschütteln.

Was genau Context-Marketing in seiner Tiefe ist, soll hier nicht erklärt werden. Trotzdem soll zumindest eine thematische Zusammensetzung aus technologischer Sicht geboten werden:

Context-Marketing soll sich unter anderem aus Big Data bilden. Aber eben nicht nur. Sensor Data sowie Social Media Data gehören beispielsweise ebenso dazu.

Der Begriff Big Data hat sich ja mittlerweile in der Unternehmenswelt und im Bereich der neusten Technologien zu einem regelrechten Buzzword entwickelt – durch dessen Relevanz ist das aber absolut berechtigt. Einfach nur eine Fülle an Daten nützt aber niemandem. Es sind vielmehr die daraus resultierenden Muster und Quervergleiche, die dann zu gezielten Aktionen führen können. Aber eben, Big Data ist eigentlich in seiner reinsten Form schon wieder ein „alter Hut“. Ein „alter Hut“, der durch Sensor Data und Social Media Data so richtig abgestaubt wird. Hier soll zum Verständnis die fiktive Figur John Appleseed helfen.

 

Ein fiktives Beispiel – Danke, John

John Appleseed ist absoluter Weinliebhaber. Und versierter Social-Media-Nutzer. Ob Facebook, Instagram, Twitter oder Snapchat – John ist überall mit dabei, wie auch seine Follower. Hashtags gehören mittlerweile zu seinem Vokabular. Und in seinem Smartphone haben sich die Adressen und Wegbeschreibungen der verschiedensten Weinhandlungen, Degustationslokalitäten und „Leidenschaftsgenossen“ angehäuft.

Seine Lieblingsweinhandlung „Sensus“ kennt John bereits recht gut. Das wegen der Registration und Anmeldung im Online-Shop und dem Newsletter – sowie den Weinbewertungen, die John online per App gerne abgibt. Sensus war bis anhin auf Social Media recht aktiv, hat viel Inhalt produziert und war auch auf den eigenen Online- und Offline-Kanälen aktiv – aber eben nicht kontextgebunden. Das soll sich nun ändern.

Die Weinhandlung installiert Sensoren an den Eingängen des physischen Ladens. Bei jedem Weinregal werden 3D-Sensoren angebracht. Durch die Verknüpfung von Apps, der Push-Tools und den Daten der Sensoren weiss nun der Geschäftsinhaber immer, wann wer seinen Laden betritt. Und dank den 3D-Sensoren weiss er auch, aus welchem Regal welche Flasche gezückt wurde. Mit dieser Info kann er Johns Smartphone automatisch mit Zusatzinformationen über eben diese Flasche Wein bespielen – vielleicht Videos, vielleicht Geschichten des Winzers… Wer weiss.

 

Dieses Erlebnis prägt John Appleseed. Als intensiver Social-Media-User teilt er sein Erlebnis auf den verschiedensten Kanälen, am liebsten aber auf Instagram. John liebt es, Bilder und Kurzvideos zu posten. Das sei authentischer. Dann noch ein paar Hashtags und John ist ein Post reicher.

Die Weinhandlung „Sensus“ bietet auch Touren an, bei denen Wein degustiert werden kann. Und Sensus hat mittlerweile auch Hashtag-Crawler für sich entdeckt. Egal wie oder wo im Einzugsgebiet oder von relevanten Usern über Wein gepostet und gehashtagged wird; Sensus kriegt das mit. Und in Verbindung mit Big Data und Sensor Data wird Sensus nun bei der nächsten Weintour, die John Appleseed erleben will, eine passende Tour anbieten können. Ein Weinerlebnis, das weniger auf informativen Inhalt als mehr auf kurze aber prägnante, visuelle Eindrücke setzt. Also eine quasi auf John Appleseed massgeschneiderte Tour – denkt er.

 

Da er nicht der Einzige mit diesen Vorlieben sein wird, geht es der Weinhandlung natürlich in erster Linie darum, die Bedürfnisse und Vorlieben ihrer Kunden möglichst genau antizipieren und voneinander trennen zu können und sie im richtigen Moment zu stimulieren…

 

…Oder in anderen Worten: den Kontext zu erkennen, um die menschlichen Filter zu umgehen.